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Heimat Neuentdeckung eines verpönten GefühlsVon Verena Schmitt-Roschmann Die Westdeutschen trauern um die unbeschwerte Heimat, die es seit der NS-Zeit nicht mehr gibt. Die Ostdeutschen um ihre verhasst-vertraute DDR. Millionen von Zuwanderern um das Gefühl, irgendwo und irgendwie eindeutig dazuzugehören.
Heimat Deutschland? Eine schwierige Geschichte. Kaum ein Begriff ist so befrachtet, ideologisiert, missbraucht, so verkitscht, verhöhnt und verpönt worden. Heimat, das ist für die Deutschen ein übermächtiger Ort – Zuflucht und Popanz und Firlefanz in einem. Doch den bombastischen Überbau, Heimat als politisches Programm, die Beutelschneiderei, das alles hatten wir schon, und auch den Kulturpessimismus.
20 Jahre nach der Vereinigung ist die Chance da für einen Neuanfang. Heimat ist nicht groß und überhöht, scharf abgegrenzt und exklusiv. Sie ist klein, subjektiv und individuell, und sie darf sich wandeln. Heimat hat jeder und jeder für sich. Weiter unten finden Sie Buchkritiken und die Kapitelübersicht, und hier persönliche Anmerkungen der Autorin zur Entstehung ausgewählter Geschichten. Kapitelübersicht I. Heimat: Was ist das und wozu braucht man das im 21. Jahrhundert? 1. Ein eigenwilliger Streit in einem Dorf in Niedersachsen2. „Wie ist das schön hier“: Von der unerklärlichen Bindung an das Zuhause der Kindheit3. Die kleine Mimi auf großer Fahrt: Flucht aus der Enge in die Anti-Heimat4. „Ich bin hier Gastarbeiter“: Von der Kälte im Fremden5. Fester Grund im globalen Chaos: Von der Sehnsucht nach Heimat in Zeiten der Krise. II. Heimat: Die Geschichte einer Bedrohung 1. Die Überhöhung in der Romantik und Nationalstaatsbewegung2. Blutiger Boden: Die Katastrophe der NS-Zeit3. „Es war sehr arg in England“: Deutsche im Exil4. Heimat im Heimatverlust: Vertriebene 5. Von der „Gefangenschaft der Tümelei“: Heimat in der alten Bundesrepublik III. Verlorene Heimat DDR 1. „Die Heimat hat sich schön gemacht“: Von den ideologischen Krämpfen der DDR2. Das richtige Leben im falschen: „Die Heimat ist mir unter den Füßen weggezogen worden“3. „Das ist ein Verbrechen gewesen“: Das langsame Sterben des Palasts der Republik 4. „Mit nichts als dem Schlüpper auf dem Arsch“: Von Ost nach West5. „In 50 Jahren können wir Staakow zumachen“: Wie ein Dorf langsam ausstirbt IV. Fremde Heimat Deutschland 1. Nicht hier und nicht dort: Warum eine junge Deutsche nicht deutsch ist2. Gefillte Fisch in Charlottengrad: „Es ist hier wie zuhause“3. Auf dem Weg ins Nirgendwo: Ersatzheimat Neukölln4. Kein Weg zurück: Vom erfolglosen Versuch einer Rückkehr in die alte Heimat V. Der Schluss: Kein Weg zurück
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